welcome to fooh's blog´- denn: ist es Tollheit auch, so hat es doch Methode (Hamlet)

Wednesday, July 12, 2006

Film der Woche



Les Yeux dans les Bleus
de Stéphane Meunier

Canal +
1998


Rasenkunst für Fortgeschrittene


Am Sonntag tritt das èquipe tricolore zum zweiten Mal in seiner Geschichte in einem Weltmeisterschaftsfinale an, um den coup du monde nach Hause ins Land der Blutwurst und Camemberts zu holen. Der Spielverlauf der diesjährigen WM hat gezeigt, dass sich die alten Herren aus dem schönen Frankreich keineswegs vor dem 6fachen Weltmeister Italien fürchten müssen. Die Aufstellungen beider teams repräsentieren ohne Zweifel das who-is-who des internationalen Fußballs – Zidane, Henry und Thuram da, Totti, Canavarro und Buffon dort. Der Teufel wird sich im Detail verstecken. Wie so oft in einem Fußball WM Finale.
Wenn es aber um die Frage geht, wem der beiden Mannschaften man den Titel eher gönnt, so fällt aus Spieler- ,und Fankreisen immer öfter das Wort „Frankreich“. Weil man Zidane noch einmal jubeln sehen will. Weil man den Eindruck hat, die Azzurri hätten weniger gegeben und sich mit mehr Glück als Verstand ins Finale geschossen. Weil diese französische Nationalmannschaft einen kühlen und fordernden Charme besitzt, der weit über fußballerisches Können hinausgeht.
Als gemeiner Fernsehzuseher oder Stadionbesucher präsentiert sich jene Sportart, die in allen Ländern der Welt eine Massenhysterie auszulösen vermag, meist eher oberflächlich. 90 Minuten zittern und bangen, ein kurzes Interview und das war’s dann auch. Was hinter einer bloßen Formation steckt, was es bedeutet Fußballprofi zu sein und wie viel unglaublich harte Arbeit hinter einem Weltmeistertitel steckt hat Stéphane Meunier mit seiner Dokumentation über den Weg der französischen Nationalelf zum Titel 1998 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Les Yeux dans les Bleus ist ein filmisches Dokument über die Menschen hinter dem Ball, jene, die man niemals in Fernsehkameras lächeln sieht und jene, die am Platz um jeden Zentimeter Rasen kämpfen und sich abends nichts sehnlicher wünschen, als einen Anruf ihrer Ehefrau. Von der intensiven Vorbereitung der Mannschaft über die tränen- und schweißreichen Momente der Wahrheit während des Turniers, bis hin zu stillen und doch bewegten Bildern von ganz normalen Stars der Branche ist Meunier’s Linse nichts entgangen.
Der Film zeigt ein Team, das als das vielleicht beste zu bezeichnen ist, das Frankreich jemals geboren hat. Bis auf Zidane, Thuram und Tierry Henry hat man bei der heurigen WM niemand mehr am Platz gesehen. Les Yeux dans les Bleus ist eine Ode an die Größen der Vergangenheit - Größen wie Petit, Desailly, Dugarry, Le Blanc, Trézeguet. Von Zwist, wie er im aktuellen Team mitunter deutlich zu spüren ist, keine Spur. Auf zweieinhalb Stunden Filmmaterial nimmt Meunier uns mit in die starken und schwachen Momente der einst so erfolgreichen Mannschaft, zeigt ohne Worte was in einem Superstar wie Zinédine Zidane nach einer roten Karte vorgeht, warum ein Tor nach einem verschossenen Elfmeter für einen Dugarry mehr als nur Erleichterung bedeutet, wie es sich anfühlt mit einer Knieverletzung vom Platz gehen zu müssen, warum klassische Musik die ideale Vorbereitung auf ein Spiel ist und wie lange man abends nach einem Sieg im Halbfinale Ping Pong spielen muss, um auf andere Gedanken zu kommen. Ein emotionaler Film, aber keiner, der auf die Tränendrüse drückt. Wir starren fasziniert auf den Bildschirm, wenn Zizou zu den herzerwärmenden Klängen von „OH Happy Day“ nach dem Titelgewinn in der Kabine in Zeitlupe seinen besten Freund Dugarry in die Arme schließt. Gänsehaut und ein überwältigendes Gefühl der Freude überkommen einen, wenn der im Finale verletzte, damalige Jungstar Henry nach dem Schlusspfiff mit einbandagiertem Knie und auf Krücken auf das Spielfeld humpelt, um mit seinen Kollegen die Freude über den langen, mitunter schmerzvollen Weg zum Sieg zu feiern.
Les Yeux dans les Bleus ist keine einseitige Lobeshymne auf eine stolze Nationalelf. Kein Patriotismus, keine verfälschten Einsichten in ein Leben zwischen Clairefontaine und Stade de France. Es ist einfach ein wunderbarer Film über den Sport und die Menschen, die dahinter stehen. Wer Fußball von seiner wirklich menschlichen Seite sehen will, dem sei diese Doku ans Herz gelegt.

Wednesday, June 21, 2006

Weil es so schön war....


ein paar Impressionen zur Erinnerung...


Wirklich? Alles nur für mich...?

Ja, der ganze Spass nur für Dich!

Ein Kuss zum Schluss!

Alleine gehts halt nicht...

Runaway Bride...?

Nein, die Braut, die sich traut...

(Bitte heulende Statisten im Hintergrund zu beachten, um die Tragweite zu erfassen :-))

Kinda, schen woar's!

Platte der Woche? Des Jahrzehnts?


Ben Harper: Both Sides of the Gun
Virgin Music, 2006

Melodischer, reifer, harmonischer, cleverer, kompliziert schöner sind nur einige Attribute die mir zu Ben Harper’s neuer Platte „Both Sides of the Gun“ einfallen.
Was auf „The Will to Live“ stark auf der Experimentalschiene daherkam, ist heute ein musikalisches Meisterwerk der Sonderklasse geworden. Niemals hat die Stimme so sehr zum Menschen und so gut in die Musik gepasst wie diesmal. Und Ben Harper’s Stimme ist eine, die man nicht vergisst.
Genauso wenig wie Tracks vom Kaliber „Waiting for You“, um nur eines der 18 - stets mit großer Vorsicht, wie es scheint - erarbeiten Werke zu nennen. Ich habe seit Nick Drake nicht einen einzigen Song gehört der so unglaublich perfekt ist, der so harmonisch, beinahe schon grausam gut ist wie dieser. Bei dem Acoustic Gitarren in Kombination mit Klavier, Streichern und Percussions zu einer Mischung explodieren, die keiner Erklärung bedarf weil es dafür schlicht und ergreifend kein passendes Wort gibt. Songs wie dieser sind nicht einfach nur eine Liebeserklärung an einen Menschen, sie sind eine Liebeserklärung an die Kunst, mit Musik etwas auszudrücken das kein Wort der Welt beschreiben kann.
„Crying won’t help you now“ hätte Bob Dylan schreiben können, doch nicht einmal der große Meister, die Inspiration und der Geist der Harpers Musik Zeit seines Lebens beflügelt haben mag, kann einen Satz wie I just keep on staring/Into the black eyes of the truth/We’ll have to learn to live apart somehow/ nicht einfach nur singen, sondern leben wie Harper.
Tom Waits hat sich in „Happy Everafter in Your Eyes“ musikalisch verewigt, und es scheint angemessen zu behaupten dass Harper ihm mit diesem track nicht nur Tribut gezollt hat, sondern ihm ein Denkmal setzt. So schmiegt er sich an die Seele und nimmt uns mit auf eine Reise durchs eigene Ich, durch die Liebe und das Verlieren die er dem geschulten Gehörgang mit einer schmerzhaften Bedingungslosigkeit ins Fleisch brennt, sodass man sich mitunter sogar wünscht er würde den spitzen Schnabel endlich mal aus unserem Herz ziehen. Take thy beak out of my heart…
Die 9 songs der ersten Seite schmieren rein wie Butterbrot, und schnell wird einem klar dass Harper sich von den weinerlichen Klängen des Experimentalfolks endgültig gelöst zu haben scheint. Auf der B Side wird’s erst so richtig geil. „Better Way“ als opener haut einem gleich mal Weissenborn und Tamburins um die Ohren, eine Hymne die irgendwo zwischen Indien und California entstanden ist, eine die dem Normalsterblichen mal erst so richtig vor Augen führt wie viel Beat, Spirit und Rhythmus in diesem Mann stecken muss. /You have a right to your dream/and don’t be denied./ Funky geht’s weiter mit „Both Sides of the Gun“, und der Style hält sich hartnäckig auf der zweiten Platte. Treibt mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar Prince Schweißperlen auf die Stirn. Ein wenig „alter“ Ben samt der heiß verehrten slide guitar, gemixt mit einer unbändigen Lust auf Blues und Funk rundet ein Album ab von dem ich wage mit Fug und Recht zu behaupten, dass es das beste ist, das Ben Harper jemals gemacht hat.
Jeder, der das nicht im Regal oder im Ohr hat, verpasst ein Stück Geschichte.



Und noch was: Mag man nicht mehr in der Hitze laufen, geht man einfach Platten kaufen!


Ich halte mich mit dem, was da folgt, eher kurz. Nach der Harper’schen Hymne geht nicht mehr viel rein.
Rein, und zwar in Mark und Knochen, geht Phoenix’ neues Album „It’s never been like that“ (Virgin, 2006). Was bei „Alphabetical“ noch – ganz fein, aber ganz durchschaubar – auf Electronic Rock gebastelt wurde, hat sich diesmal um 200 Meilen weiterentwickelt, musikalisch und lexikalisch. Die Jungs sind endlich weg vom angestaubten French Rock, 10 songs und keine überlangen Experimente mehr, sondern eine ganz straight angelegte Mischung aus Indie Rock, Pop, und dann doch endlich auch mal ein wenig mehr Anlehnung an Bands wie We are Scientists oder den BRMCC. Zügiger, frischer, mit besserem Englisch und besseren Gitarren. Das Album ist übrigens in Berlin entstanden, und es regt sich der Verdacht dass die Atmosphäre sich gut aufs Gemüt und den musikalischen Output geschlagen hat. So muss das klingen, Freunde, und nicht anders!
Abschließend ergeht der Aufruf an all jene, die Paul Wellers Konzert in Wien verpasst haben: „Catch-Flame“ bedeutet 24 Mal Paul Weller live at the Alexandra Palace, der spielende Beweis dafür dass Rock n’Roll einfach so was von fix unsterblich ist, und das liegt nicht nur an der im Moment irgendwie dauernd gespielten Nummer „From the Floorboards Up“, sondern besonders an den kleinen Gustostückerln wie „Shout to the Top“ (Wer sich noch erinnern mag…..). Also wieder mal ab in den gut sortierten Fachhandel und einsacken!!!

Wednesday, June 14, 2006

Oh Herr Jesus, wir danken dir....

dass die Silvie poltern musste, und wir mit ihr!!!!

Anbei der erste Teil des wahnwitzigen Unternehmens: Fleck Barbara Silvia heiratet bekennenden Sauprolet, Moderator, Ex Fußballer und alten, schweren Mann Peter K. Zum Zwecke des vorehelichen Abtestens der Standhaftigten der beteiligten Personen hat man in unserem Kulturkreis das Brauchtum des Polterabends eingeführt.
Dieser unserer und auch der ihrige begann demnach erst einmal im "Galliano", bei ein bissi Pasta und so weiter..

weil eine Braut aber bei ihrer Hochzeit eh immer super aussehen muss, beschlossen wir, die bösen Schlampen von nebenan, sie mal auch so her zu richten, wie sie wohl die nächsten 20 Jahr auch mal irgendwann aussehen wird..hehe....

Die Braut war in einen Hauch von Karner mit 17 gehüllt, gekonnt kombiniert mit einem wunderschönen Seidenschleier von Sewa mit Herzstick....und als modisches Highlight des Sommers - das Krönchen.


....ich finde, sie sah irgendwie richtig schick damit aus (und psst, bitte sie hat auch gesagt sie mag die Krone bei der Hochzeit tragen dürfen....ich sage nur: betrunken war sie dann am Samstag zwar auch, aber Gottlob nicht soooo betrunken...)







ja und weil die Silvie so eine Hübsche ist, haben wir ihr Konterfei auch gleich auf ein paar Schürzen gedruckt....wer kann da bitte widerstehen?
Mitunter schwächelte die zukünftige Ehefrau ein wenig; oder sagen wir besser: sie haderte mit ihrem Schicksal. Wenn man bedenkt, dass sie oben abgebildeten Flinserlträger-Fußballgott dann auch tatsächlich..aber naja das ist eine andere Geschichte....Wir wollten aber zumindest nichts unversucht lassen, um sie vielleicht doch noch umzustimmen...ja und deshalb haben wir ihr P.DiddiPuffDuddyDuudddiiidid und Flanken/Lendengott David B. zur Seite gestellt....
damit die beiden sie auf IHN - HERRMANN???? HANSI??? HANNES???? na wie auch immer also auf eben diesen jungen Mann, der schon mal bei der Humana beim shoppen gesichtet wurde (weil dort gibts die zerfetzten Jeans immer um Euro 1) und überhaupt irgendwie ein bisschen den Eidnruck erweckt, als hätte man ihm nicht beigebracht wie man sich anzieht wenn man morgens ausm Bett steigt. Obgleich- anziehen ist ja auch nicht seine Stärke sondern - wie Silvie's Gesichtsuasdruck verrät - AUSZIEHN!!!!!!!!!!!!!!

bitte, ich mag dazu nichts sagen ausser: puahhhhahahah, grauslich, schauderhaft, hochnotpeinlich....bitte bitte geh weg nud zieh dich wieder an, du du du du du Fetzenpaganini! Die arme Frau - ist schon total erledigt......

aber nicht erledigt genug, wie wir in naher Zukunft im zweiten Teil unserer Wochenserie "Poltern mit Silvie" erfahren werden...

Ein paar Zeilen......

anlässlich des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre –

Ich habe die Zigarettenpause in der Umlaufbahn für ein paar Gleichungsrechnungen genutzt. Kein Mensch, der jemals die Welt von links hinten gesehen hat, kann sich ein Bild von der unendlichen Langeweile machen die jemanden, der die Aufgabe hat die Welt zu retten, in einem dieser Funklöcher beschleicht.
Die ursprüngliche Rechnung ging so:

4 wichtige Momente, aufteilt in
2 wichtige? Leben, besprochen in circa
4423,50 grammatikalisch richtigen Sätzen
(der Schwund betreffend der grammatikalisch nicht einwandfreien Sätze ist gering und deshalb zu vernachlässigen), die wieder rum aufgeteilt waren in

1.299.000. Worte.
_______________________________________

Ergab die irgendwie endlose, nichts-sagend und nichts-meinend aussehende Erkenntnis, dass

Leben² x Leben² : Pi = Ein Moment der Euphorie

Meine Reise – das sollte an dieser Stelle erwähnt werden – war lange und ziemlich beschwerlich. Und immer wieder diese Funklöcher. Habe die Zeit darin meistens mit Spielen überbrückt. Eines davon – mein Lieblingsspiel – bestand darin, die o.a. Rechnung aufzusplitten und neu aufzustellen. Verblüffenderweise war das Ergebnis jedes Mal ein anderes.
Beispielsweise habe ich die 4 wichtigen Momente ihrer ursprünglichen Chronologie beraubt. Wenn man sie von hinten nach vorne rechnet, und nicht umgekehrt, verbessert sich das Ergebnis um ganze 34 Prozentpunkte. Würden finale Wiedersehen mit versöhnlichem Charakter am Anfang stehen, Telefongespräche ohne Inhalt in der Mitte, hätte das das Ergebnis unter Umständen verbessert. Ich habe dann auch die Sätze rückwärts gesprochen. Ich gebe zu, ein paar habe ich dazugerechnet. Mir ist im Zuge meiner Funklochpausen irgendwann aufgefallen, dass ich eine ganze Menge Sätze nicht in die Rechnung einbezogen habe. Besonders die, die niemals gesagt worden waren, also all die hypothetisch-theoretischen Gehirn-Herz-Magen Reste diverser Konversationen. Bezieht man diese ungesagten Sätze ein, verbessert sich das Gesamtergebnis um ganze 46 Prozentpunkte! (Anm. des Kapitäns: Ja, ich weiß, jeder möchte wissen welche Sätze das denn nun genau waren; ich kann es nicht verraten. Ich will es auch gar nicht. Es bleibt unser Leben).
Mit den Worten habe ich ungefähr dasselbe versucht, obgleich hier das Subtraktionsverfahren weitaus mehr Gewicht hatte als das Additionsverfahren. Ich habe also (nur theoretisch, natürlich) von den 1.299.000 Worten 645,43 Worte subtrahiert. Im Ausschlussverfahren hat sich herauskristallisiert, dass sich ohne diese Worte das Gesamtergebnis um ganze 87 Prozentpunkte verbessert!
Aber die schwierigste Aufgabe stellte sich mir mit der Splittung der zwei Leben. Wenn man zwei halbiert, bleibt nur eines über. Damit wäre die Rechnung vollkommen invalid. Dachte ich.
Habe ich schon erwähnt, dass meine Reise ziemlich lange gedauert hat?
Hat mir ziemlich viel Kopfzerbrechen bereitet, die ganze Sache. Einige Monate lang habe ich das Pult und den Stift sogar ganz beiseite gelegt, um bloß nicht weiter nach dem Wieso-Warum-Weswegen zu fragen. Wissenschaftler sind ehrgeizige Menschen. Sie müssen immer Recht behalten. Ich habe so lange an der Gleichung herumgetüftelt, bis das Ergebnis irgendwie beschissener war, als ich es erwartet hätte.

Am Ende blieb von der ganzen Rechnerei Folgendes über:

Ich²/4 ≥ √ein Niemand³ / 8 ≠ Moment des Glücks.

Ein inakzeptabler Wert. Doch genau der kam immer wieder dabei raus, egal wie lange ich herumrechnete.
Ich erachtete das Projekt schon als gescheitert. Ich würde zurück auf die Erde kehren, und könnte nichts Handfestes vorweisen. Eine Katastrophe.

Dann traf ich im Gemüsegarten rechts oben an der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft Jah Jah Bings. Er hatte Luke Skywalker im Schlepptau, und war wieder mal gestresst ohne Ende. Das ist gerade mal drei Tage her. Ich habe Jah Jah von diesem Dilemma erzählt. Und Jah Jah steht also so herum und sieht mich an und sagt:
„Rechnen du musst anders.“
Und zeigt auf seine Uhr. Dreht sich um, und geht.
Gestern dann sitze ich also wieder mal im Funkloch und mache eine Zigarettenpause. Immer noch verstehe ich nicht, was Jah Jah meinte. Und dann – Kometenregen, Blutsturz, Gehirnaufweichung: die Zeit!!! Ich hatte im falschen Zeitraum gerechnet! Die Menschen! Ich habe immer mit den falschen Menschen gerechnet! Deshalb war das Ergebnis auch so ernüchternd gewesen.

Jetzt werde ich in ein paar Minuten in die Erdatmosphäre eintreten. Ich war da noch nie wirklich, aber ich höre die Menschen dort hätten es dringend notwenig, ein wenig von den Geheimnissen der Welt links hinten zu erfahren.
Und ich habe eine neue Rechnung aufgestellt. Das Ergebnis – wohooo, kann sich sehen lassen. Und die Rechnung geht so:

76456 wichtige Momente teilweise unsichtbar und dennoch existent, aufgeteilt in
1 Leben, geteilt mit vielen anderen, die sind was sie sind; besprochen in circa
2567345 Sätzen (wenige, aber wertvoller – ein stets unterschätzter Faktor!) und
13.578.000 Worten (die unausgesprochenen eingerechnet – ebenfalls unterschätzt)

ergibt die gar nicht so endlos erscheinende Quersumme der Wahrscheinlichkeit eines Lebens, das nicht nur aus Momenten der Euphorie, sondern aus wahrer Zuneigung, wahrer Freundschaft und wahren Gedanken besteht, dessen Wachstum sich aber sich nicht ausschließlich an diesem Wert orientiert, von

Ich + Die Guten x ein Leben = der einzig angemessene Zustand


Ich finde, dass ist eine wunderbare Voraussetzung für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Und ich finde auch, alle anderen können dort wohnen wo der Kaiser zu Fuß geht! (mit besten Grüßen nach Wien....)

Ein küsschen an euch, die ihr euch angesprochen fühlt!

Thursday, June 08, 2006

zachness

heut ist irgendwie ein komischer tag. nachdem ich - übrigens einer meiner neurotischen zwänge als internet-geek und nerdiger (ist das überhaupt deutsch?) profisurfer - mal wieder einen gesundheitstest mit folgendem ergebnis



gemacht habe, verging mir für ein paar sekunden die lust auf mein leben. die erkenntnis, dass die paar guten dinge, die man sich gönnt, eigentlich schlecht sind und einem die falten ins gesicht und das herz in den infarkt treibt, während völlig überschätzte dinge wie sex, glückliche partnerschaft, ausgeglichenheit und so weiter verjüngend wirken. da straft einen das leben. mann.

ah, der grund warum ich mich hier mal wieder breitmache, ist der, dass sich irgendwie in den letzten tagen kaum jemand um dieses blog-kleinod gekümmert hat. vermutlich, weil momentan geheiratet wird oder so. jaaa, sogar ich weiß darüber bescheid. ein völlig fremder aus wien, liebe äh.. mini? minnie? sylvie? irgendwer, dessen namen mit -i endet, wirds schon gewesen sein sein. nichts für ungut, mein namensgedächtnis funktioniert in etwa so gut wie ein chinesischer billigrasierer. jedenfalls gratuliere ich im voraus, sofern das kein unglück bringt, und wünsche dass ihr alle so alt werdet, wie euch der gesundheitstest schon jetzt macht.

übrigens habe ich die woche auch festgestellt, dass common's scheibe be ein ganz großartiges album ist (erspar dir jeden kommentar, liebe fooh, ich weiß dass mein musikgeschmack nicht der wahnsinn ist) und mir mittlerweile gezählte 17 weiße haare auf der platte wachsen.

soweit zu den news aus wien und meinem leben, wie geht's mit euren?

b

Friday, May 26, 2006

Liebe Ursula von der Leyen!

Ich gestehe: ich habe ihr Konterfei erstmals am Cover der letzten Ausgabe des Spiegel gesehen. Familienministerin zu sein ist – aber davon können sie sicherlich ein Lied singen! –ja eine recht öffentlichkeitsarme und meist wenig medienwirksame Position in ihrem Land. Im wirtschaftlich angeblich boomenden Deutsch –e – land lädt man sich zu Pressekonferenzen und Talk Shows schon lieber Wirtschafts, -oder Finanzminister ein als eine Frau, deren Aufgabe prinzipiell darin besteht sich Gedanken über die Anschaffung von Kinderbetreuungsplätzen zu machen.
Das ist aber offensichtlich nicht jenes Thema, welches sie morgens wenn sie das zarte Fusserl aus dem stilvollen Bett strecken, beschäftigt. Das wäre ja auch ein wenig viel verlangt von einer wie Ihnen – einer 7fachen Mutter, einer Vorzeigehefrau, einer Akademikerin und begeisterten Hausmusikverfechterin. Deshalb haben sie auch beschlossen, endlich Schluss zu machen mit dem angestaubten Image einer Familienministerin und haben sich morgens zwischen 3 Kilo Windeln wohl ins säuberlich toupierte Köpfchen gesetzt dem geistig, sozial und moralisch verarmten Fußvolke ein wenig von ihrem Erfahrungsschatz mitzugeben auf dem Weg in die Pension. Das haben sie wirklich toll hingekriegt, Frau Von der Leyen! Sie haben sich in den letzten Wochen einen Namen gemacht unter Amtskollegen und am Titelblatt der Bildzeitung – und bitte, welche Familienministerin kann das schon von sich behaupten! Und überhaupt - Recht, wo Recht walten soll, und Schande, wem Schande gebührt! Ich kann verstehen, dass sie sich nicht mit solch abgewetzten Hupfdohlen wie Alice Schwarzer und ihrer gesamten Kochen-nein-danke Schwadron auf eine Ebene stellen wollen. Schließlich und endlich bekleiden sie ja ein hohes Amt in der Bundesrepublik, und Alice Schwarzer und die Emanzipationstanten ihres leider begrabenen Magazins bekleiden sich höchstens selbst. Nein, das ist nicht ihr Stil. Und überhaupt: sie können das ewige Gemeckere berufstätiger Frauen in ihrem Land nicht mehr hören. Sie haben das ja auch hingekriegt, mit den vielen Kindern und dem großen Haus und einem Ehemann noch dazu! Sollen die sich doch bitte nicht so anstellen, wenn sie den Nachwuchs in keiner KITA unterbringen können! Man kann sich auch sehr gut selbst um die Kleinen kümmern, und nebenbei noch an seiner Doktorarbeit schreiben. Wenn man aus einer so gut behüteten Familie kommt wie sie, dann ist das Geld ja auch Nebensache. Ich bewundere sie wirklich, wie sie auf ihrem Renaissance Sesselchen mit französischem Seidenstoffbezug in ihrem Wohnzimmer sitzen, die Schultern so schön gerade und das Lächeln so gütig und beherzt. Oder wenn sie bei Beckmann anders als alle anderen Gäste nicht auf der Couch lümmeln sondern stets bedacht darauf sind, zu verkörpern was sie propagieren. Manchmal habe ich den Eindruck, sie ekeln sich sogar ein wenig vor dem Plebs, dem sie auf der Strasse so begegnen. Und wenn sie dann das spitze, feinsäuberlich mit Farbe nachgezogene Lippchen flattern lassen und uns Frauen, die wir doch im Grunde voll und ganz alleine die Schuld an unserem Unglück (zu wenig Verdienst, zu viel Stress, zu wenig Macht über den Nachwuchs, zu wenig Biss und Verstand und Ehrgeiz und Durchhaltevermögen…..) sind, erklären, dass eine gute Erziehung beim Studium der Bibel beginnt und dass dieses Land mehr Kinder braucht, damit all den gelangweilten Akademikerinnen auf diesem Planeten nicht irgendwann doch zu langweilig wird, dass der Staat eigentlich nicht mehr KITAS sondern mehr gebärfreudige und demütige Ehefrauen braucht - ja dann erinnern wir weiblichen Abkömmlinge der Menschheit uns wieder daran, worauf es im Leben ankommt. Das musste auch einmal gesagt werden! Sie haben ja so Recht, Frau Minister, wenn sie fordern dass auch berufstätige Frauen in diesem Land (und vor allem diese alleinerziehenden Jungmütter, die Mindestlohn beziehen und dafür acht bis zehn Stunden in einer Konservenfabrik arbeiten müssen um ihre Kinder zu ernähren) nach so einem Tag noch die Kraft und den unbedingten WILLEN aufbringen müssen, mit ihren Kindern auf der Flöte zu trällern oder ihnen die Grundbausteine des moralisch vertretbaren Lebens zu erklären.

Sie haben wirklich viele, innovative Ideen und Denkanstösse auf den deutschen Markt geworfen. Und das mit 7 Kindern! Ich werde sie wirklich vermissen, sollte es jemals so weit kommen dass man ihre Ansichten über die „sinnlose“ Trennung von Kirche und Staat irgendwann als demokratiepolitisch untragbar erachten sollte.
Eine Bitte aber hätte ich noch: Könnten sie vielleicht bei der nächsten Pressekonferenz zumindest mal eines ihrer Kinder mitnehmen?
Oder befinden die sich gar in der Obhut eines sudanesischen Kindermädchens?

Mit lieben Grüßen aus der wahren Welt,

Ihre Frau Fooh

Thursday, May 18, 2006

ich bin gerührt....

*TRÄNENDRÜCK*

IHR SEID'S JA SOOOOOOOO LÜB ZU MIR :-)

Dankeschön.....

Party - folgt!!!!!!

küsschen

eure frau magistra in spe!

Wednesday, May 17, 2006

Ich hab auch noch eins...










...oder zwei von unserem FOOH!!!!

Herzlichste Gratunation zu Deinem Sehr Gut!!!!

no. 1 with style

unfassbar. ich hab's auch grad im blog gelesen mit der diplomarbeit, und muss - weil ich ja nicht hintan stehen will - auch ein bild von der fooh reinposten:



so isses!

Die ganze Wahrheit

Ich bin Fooh - addicted und kann es nicht mehr bei mir behalten. Es muss raus - in die Welt. Ich kann dieses Geheimnis nicht mehr mit mir herumtragen.

Ja, ich gestehe: ich kenne ein Fooh.

Viele von uns haben seit geraumer Zeit versucht ein Fooh zu erforschen, eines in freier Natur zu erspähen. Nur den wirklich Sensitiven und Vorsichtigen ist dies möglich. Ich bekam mal eines vor die Kameralinse:




So sieht ein echtes Fooh aus!












Foohs sind dafür bekannt über alle Maßen intelligent zu sein, deswegen halten sie sich nur sehr kurz mit ihrer akademischen Ausbildung auf, da sie zumeist ihren Titel mit SEHR GUT im vorbei gehen abholen.

Aber ein Fooh ist mehr als nur eine geistige Kampfmaschine, auch die äußerlichen Attribute sprechen für sich...














Darüber hinaus sind Foohs auch bekanntermaßen sehr familienfreundlich und können ihre Gefühle zeigen...




Es ist schön mit einem Fooh verwandt zu sein...












Ich hoffe Euch auch zu einem Fooh Freund gemacht zu haben. Wenn ihr das Glück habt, dass ein Fooh sich entscheidet in eurem Leben zu sein, rate ich Euch: Behandelt es gut - zumeist sind Foohs uns in vielen Dingen des Lebens überlegen und wir können nur lernen!

Ich bekenne mich: Ich bin stolz ein Fooh in meinem Leben zu haben - und das seit nunmehr 10 Jahren! Danke.

1!


Foooooooooohtschiwuuuuu!
Herzlichste Gratulation zu dem SEHR GUT auf deine Diplomarbeit!
Ich bzw. wohl wir alle sind unglaublich stolz auf dich!
Wir habens ja schon immer gewusst...
eine besonders intelligente und fleissige Frau ist unter uns!!

Dickes Bussi!
Sandrine

Friday, May 12, 2006

hit the road jack


so liebe leute, nun ist es an der zeit mal zu sagen was sache ist...worum es geht? um männlein und weiblein und sonstige irrfahrten zwischenmenschlicher art..
zur zeit fickt mich mein leben..na immerhin irgendwer der sich um meine bedürfnisse kümmert...
all i want is just a little respect....nichts weiter....stattdessen werd ich gemessen und gewogen und für nicht gut genug befunden...wer zu spät kommt den bestraft das leben....was ist los mit euch männern? ich weiß ich weiß..keine pauschalisierungen...auch wir frauen könnens ganz gut, euch das leben vermiesen.ich weiß....wenn man das ganze gelabere hier jedoch geschlechtsneutral halten würde, würde es nur halb so viel spaß machen...also lasst uns klischees auschlachten bis zum erbrechen....
an die männer: hat euch irgendwer mal gesagt dass wir dazu da sind euch das leben zu erklären? ach ja und "reden" is kein virus, nichts an dem man(n) erstickt oder der sich gar lebensbedrohlich auswirkt...hirnwixen ist nicht gleich kommunizieren...und wenn ihr männer mit einer freundin eurer ex ins bett steigt dann löst das nicht gerade wohlwollen aus....kein mitleid, kein verständniss einfach nur ?????????????????????????????? ich weiß ja ned was da so vor sich geht im voyer eurer gerhinwindungen (schon wieder eine böse pauschalisierung..anmerkung des verfassers: anwesende NATÜRLICH ausgeschlossen..)...aber hat euch eure mama gesagt: bitte bub..behandle deine exfreundin wie den letzten dreck..und als sahnehäubchen schlafst dann no mit einer freundin von ihr? ach ja und nicht vergessen..nachdem du mit ihr schluss gemacht hast erzähl ihr recht oft wie gut es dir jetzt geht..und wie toll dein leben gerade ist..sie wird sich mit dir freuen und dir alles gute wünschen...und dann bedankst du dich noch bei ihr für das was du in der beziehung gelernt hast..
an die frauen: wann hören wir auf uns selbst zu bemitleiden? wann hören wir auf an den einen zu glauben bei dem alles gut wird? nie...dies ist eine never ending story... mädels: wann beginnen wir damit uns selbst zu helfen uns selbst zu sagen: "i`ll check it for u baby"..
in diesem sinne werde ich dieses von mir verfasstes kauderwelsch online stellen...und wer immer sich dazu äussern will ist herzlich eingeladen!

einen wunderschönen sonnigen freitag wünscht euch
aneida aus der stadt die es nicht gibt

Tuesday, May 09, 2006

fooh for dummies

So, liebe Freunde. Bald ist es soweit. Ich kündige mein neues Standardwerk in der Reihe "complicated women for dummies" an:



Nicht nur handelt es sich hier um eine Einführung in die Gedankenwelt unserer heißgeliebten Fooh; nein, es sind auch Tipps enthalten, wie man sie am besten rumkriegt. Nach zahlreichen Telefoninterviews, Gesprächen und passiver Feldforschung bin ich stolz auf das Ergebnis; ein Werk veröffentlichen zu dürfen, das Mann ausnahmweise mal tatsächlich interessieren könnte.

Inhalte:

- Wie vermeide ich einen gähnend langweiligen Filmabend mit französischen 60er-jahre Kunstfilmen, ohne eine weltuntergangsähnliche Stimmung heraufzubeschwören

- Die wichtigsten Benimmtipps für ein Abendessen

- Verhaltenstechniken und suggestive Methoden zur Herbeiführung eines Matratzengolfspiels (basierend auf Beobachtung, Schlussfolgerung und Wahrscheinlichkeitsrechnungen des Autors, nicht in Feldexperimenten nachgewiesen)

Dies und viel mehr in meinem neuen Buch! Kauft's den Scheiß!

Monday, May 08, 2006

Die Bilder zum Wort

Wochenend' und Sonnenschein!






Es war einmal, es war einmal...und das Wetter hat auch gepasst.










Vielleicht fällt manchesmal im Leben das Lächeln schwerer, aber ein feiner Garten am Dach machts sicher leichter...


















Selbst unser wackerer Siebenschläfer Blundstone zeigte Zähne....











Ja so manch einer fühlte sich beflügelt und hob sogar ab...















...fand aber ganz schnell wieder den Boden unter den Füßen...












Ein Fooh!















Er war auch mit dabei. Sam.

Sunday, April 23, 2006

sprach's und stellte fest....

















oh how badly I love that kind of stuff! thx again to postsecrets.!

Friday, April 14, 2006

Klick - and trip!

Der Fernseher ist ja der Herrgottswinkel des 20. Jahrhunderts. Man kann genauso gut einfach nur drum herumsitzen, den oder das eine oder andere, das im Bild herumsteigt, anbeten, oder wahlweise auch nur mit einem wortlosen aber mundoffenen (weil mit Chips verstopftem) "mpfheähhhh" diese meist wahllose Aneinanderreihung von Menschen, die nichts zu sagen haben, und Bildern, die eigentlich keiner mehr sehen will, kommentieren.
Jene Gruppe von Menschen, die ausschließlich deutsche Privatsender sieht, zeigt mitunter allerdings schon gefährlich anmutende physische und psychische alltägliche Ausprägungen dieses monotonen, beinahe autistischen Verhaltens. Aber auf die RTL / Pro 7 Zielgruppe, die wohl tatsächlich daran glaubt dass Tine Wittler alias 200 Kilo Balu-der-Bär jeden Moment in der Türe steht, um aus dem Bretterverschlag im Vorzimmer einen Einbauschrank zu zimmern, Frauke Ludowig ungeschminkt immer noch gut aussieht, und Abendnachrichten in Zeiten eines Italien-Wahlkampfes mit einer Kurzmeldung über die zu erwartende Rohölpreiserhöhung beginnen müssen damit dass Thema Harz 4 und "wir haben alle keine Kohle" nur bl0ß nicht vergessen wird, wollen wir gar nicht weiter eingehen. Wo kein Tiefgang, da nur mehr Untergang.
Aber: Fernsehen bildet ja mitunter. Hab ich mal gehört. Ich persönlich fokusiere in meiner televisionären Freizeitgestaltung ja vornehmlich auf den ZDF Doku Kanal. Oder auf den WDR (ja, hahaha, lustig) weil dort immer um 4 so eine Sendung aus dem Leipziger Zoo läuft. Stundenlang schaue ich also den Afferln, und den scheißenden Eseln, und den furzenden Nilpferden, und den frisch geschlüpften Pinguinen zu wie sie von ihren ostdeutschen Wärtern gehegt und gepflegt werden, und falle nach etwa einer Stunde in einen leicht lethargischen Zustand der mich sehr glücklich macht. Ich finde, diese Sendungen machen Sinn - ja wirklich, man lernt dabei zum Beispiel dass Elefanten gerne mit Benzinkanistern spielen, dass Bonobos sich mit Geschlechtsverkehr abreagieren, was ein Pinselohrschwein ist....am Doku Kanal lernt man was über die Geschichte der Kaffeebohne, und warum Pferde um 40.000 Euro nach Baden Baden zur Trabrennbahn geflogen werden. Einfach wunderbar.
Was leider schon lange nicht mehr bildet konzentriert sich auf diese Kanäle namens MTV (2), und VIVA (2). Ich kann mich einfach nicht mehr entspannen, wenn ich diese kleinen, kleinen, gaaaanz furchtbar doofen pseudo-gangster mit ihren noch viieeeel dooferen pseudo-operierten Konsumgüterschlampen am jumping car Parkplatz betrachten muss. Nein, es wird mir dabei immer so schnell übel. Ich muss dann Schokolade essen, zur Beruhigung. Meine Synapsen beginnen zu knacken, ich bekomme Schweißausbrüche, der Herrgottswinkel droht über mir zusammenzukrachen und dann.....ah.....klick......zapp......over und aus.
Dieser kleine move mit meist nur einem Zeigefinger kann Leben retten und unverzüglich die Stimmung wieder heben.
Heute morgen (obwohl - ich sehe morgens nieeeee fern!) zum Beispiel hab ich auf einen Musiksender namens deluxemusic.tv geklickt. So ganz ohne Absicht und mit ganz ohne großen Erwartungen.
Ja und spinn ich denn? D and the Boyz - wer sich noch erinnern mag oder kann - trällert original um halb 10 Uhr VM im froschgrünen Latexoutfit im one-two-step mit Spiegelshades und mindestens 50 Kilo zuviel "Now that we've found love" aus dem Herrgottswinkel. Was habe ich gelacht! Selten so viel Spaß wie mit diesem Musiksender gehabt in meinem Leben, denn offiziell präsentiert er sich ja als "erster Musiksender für Erwachsene" - aber hey, das ist besser als ZDF Dokukanal. Da spurten historische Musikdokumente tagein, tagaus über Satellit in meinem Wohnzimmer auf und ab und hinterlassen Fetzen von Paula Abdul!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!, Will Smith, Michael Jackson.....old school in Reinkultur. Es ist zum abbrechen.
Also ich kann nur noch sagen: klick and trip to deluxe. Würde die ganze Welt diesen Sender empfangen können, wären Drogen vollkommen überflüssig.

küsschen ans füsschen

eure tv-junked ms fooh

Wednesday, April 12, 2006

Die Unwörter des Jahrhunderts

Im illustren, Hopfengebräu - durchtränkten Lagerfeuerchat mit einem Norwegischen Zahnarzt der Snowboard fährt, und dessen norddeutschem Freund, der Audi und Snowboard fährt, schweifte man von der Selbstbeweihräucherung und den alles entscheidenden „und was machst du so?“ Fragen letzte Woche kurz auf die beruflichen Lebensaussichten der anwesenden Menschen ab. „Kann alles, aber nix richtig“, sagte ich. „Aber bin auf der Suche nach einem guten Trendsport und Lifestyle Mag, das meine Genialität erkennen wird.“
Sagt der Norddeutsche: „Da gibt’s viel in Deutschland“.
Sagt der Fotograf: „München und Hamburg und Essen, und zwar folgende Adressen…..“ und zückte sein Notebook.
Sagt der Norweger: „Lifestyle und Trendsport. Die Unwörter des Jahres!“ Und lacht.

Alle drei haben natürlich wahre Worte gesprochen. Der Norweger aber mit Abstand die weisesten. Denn obgleich die vertretene Gästeschar sich durchwegs in einem beruflichen Metier bewegt, das sich heute unter der Bezeichnung „Trendsport“ einreihen ließe (Fotograf, Pro Skier/Snowboarder, Filmemacher etc.), weiß eigentlich kein Mensch was das eigentlich genau heißen soll.
Begriffsdefinitionen? Fehlanzeige. Trends richten sich nach dem Markt. Angeblich. Hat irgendwer nach Nordic Walking verlangt?
Ist Zipflbobfahren auch Trendsport, wenn es genug Menschen praktizieren? Snowboarden fällt ja auch immer noch unter diesen Begriff, obwohl ich denke mit Fug und Recht behaupten zu können, dass Snowboarden kein Trend im eigentlichen Sinne mehr ist. Andererseits kann man argumentieren, dass der Begriff erst mit dem Snowboard entstanden ist.
Meine unauffällige Mitgliedschaft in diesem business network namens openbc hat mir dieses Unwort auch gleich tausendfach ins Gesicht geschleudert. Selbstverständlich habe ich es auch selbst verwendet, aber desto länger ich drüber nachdenke, desto weniger Sinn ergibt es im Grunde. Wenn ich also Pilates Trainingsmatten verkaufe, arbeite ich im Trendsportsegment? Was ist an Pilates Sport?
Mit dem Wort „Lifestyle“ verhält es sich ähnlich. Lifestyle - zu Deutsch also „Lebensstil“ – ist jetzt genau abhängig wovon? Von den Klamotten? Von der Wohnungseinrichtung? Vom mind move? Von dem Sport den man treibt? Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass auch dieser Begriff sich durch den Sprachgebrauch schwämmelt, und eigentlich niemand wirklich etwas damit anzufangen weiß. Was zum Beispiel bedeutet „alternativer Lifestyle“. Kann im Grunde alles sein. Auch ein Bankmanager kann – theoretisch – einen alternativen Lifestyle pflegen. Vielleicht geht er im Anzug ins Büro, fährt einen alten Käfer, hört Punkrock und FM4 und wälzt sich in seiner Freizeit am Nuke Festival im Schlamm. Lifestyle einer Berufsgruppe zuzuordnen ist also etwas schwierig in Zeiten wie diesen. Mit den Sportarten verhält es sich, meiner bescheidenen Einschätzung nach, mittlerweile auch ähnlich. Früher hat der durchschnittliche Bürger ja zum Beispiel noch eine scharfe Trennlinie zwischen Skifahrern und Snowboardern gezogen. Letztere Gruppe kennzeichnete sich eindeutig durch Kleidung, Musik, Sprache, Location etc. Das Ganze ergab dann den Boarder-Lifestyle. Persönliche soziologisch angehauchte Studien ergeben für mich eine Unterscheidung, die de facto nur noch selten wirklich auszumachen ist. Jetzt mal von den typischen 80er Jahre Neonskianzug-Büffeln abgesehen, sind die meisten (guten) Skifahrer heute mehr oder minder same-same mit den Boardern.
Also grüble ich weiter darüber nach, ob es überhaupt sinnvoll ist wenn ich sage: „Ich will im Trendsport und Lifestyle Segment arbeiten.“ Vielleicht wäre es angebrachter, ich vermerke was mir Spaß macht, und betitle das Ganze dann einfach als „mystyle“ und „mysports“.
Beides mag sich in mancher Hinsicht mit dem Leben andere Menschen gut vertragen. Aber zumindest weiß ich genau, was ich damit meine.

Monday, April 10, 2006

Tour de Force: Graz-Wien-Lustenau-Lech-Graz

Manche Entscheidungen im Leben ergeben sich fast wie von selbst. Die Österreich-Rundreise von letzter Woche war ebenso eine, und nun da ich wieder in der Heimat angelangt bin ist es Zeit, die durchaus aufschlussreichen Ereignisse der lustigen Fahrt ins Blaue zusammenzufassen.
Es begann an einem Sonntag in Graz, und endete mit voll bepacktem und gesticktem Waldemar (ja, für alle die es immer noch nicht wissen – das ist mein Auto, nicht mein Hund und nicht mein Freund) ein paar Stunden später erstmal in der Favoritenstrasse im 4. Wiener Gemeindebezirk, wo mein Seelenguru Blundstone O. aka The Genius mir tatkräftig mit Bier, Zigaretten, Couch und Horrorfilm namens „The Grudge“ zur Seite gestanden hat. Was haben wir an diesem Abend gelernt? Erstmal, dass digitales Fernsehen echt leiwand ist. Zweitens, dass japanische Horrofilme in denen irgendwelche Gruselmonster durchs Telefon ständig „chchchhchchchähhhhgghhhh“ röcheln so ihren eigenen Charme haben. Drittens: Wenn man beim Blundstone am Balkon steht, kann man seinen Nachbarn gegenüber auf den Teller schauen. Und den Nachbarinnen beim FKK sonnen zusehen. Interessante Gegend.
Da es ja bekanntlich Menschen gibt, die morgens aufstehen um zu arbeiten, hab ich dann glatte 250 Meter weiter meine Zelte beim Everl aufgeschlagen, und viel haben wir geschaffen in den drei Tagen. Wir haben fleißig und absolut unaufgefordert Prosecco getrunken (und das schon morgens….herrje), haben brav vor dem Internet herumgehangen, hin und wieder den Spar frequentiert, das Haus verlassen um schick-mick-point-of-sale Kaffee zu schlürfen, die Arbeitsmarktsituation beweint und uns gegenseitig versichert, dass wir die GUTEN sind (dass weiß nur noch keiner), dem Steffen sein Bier weg getrunken, festgestellt dass wir die einzigen Menschen sind die gute Musik hören (hehe). Ich hab mich dann noch dazu hinreißen lassen glatte weitere 20 Meter Hundekotspießrutenlauf in Kauf zu nehmen um an der Ecke beim Hangloose Abverkauf-Powershopping zu betreiben und mit dem Chef ein wenig zu schäkern. Habe ich schon erwähnt, dass ich immer schon nach Wien ziehen wollte ;-)
Mittwoch war’s dann mittlerweile und früh morgens machte sich eine sehr müde Fooh voller Elan auf ans andere Ende von Österreich, nämlich nach Vorarlberg.
6 Stunden Autofahrt ist eine feine Sache, so lange man nicht über die Westautobahn fahren muss (ja, das lässt sich aber in dem Fall nicht vermeiden….blöd auch), besser bekannt auch als Schotterstrasse mit 30 cm tiefen Schlaglöchern. Bis nach Salzburg ist ja auch die Kulisse noch ganz nett, aber in Deutschland wird’s jedes Mal wieder bitter, vor allem dann wenn man so wie ich ein Auto fährt, dass bei 130 km/h anfängt einen auf Raumschiff Enterprise zu machen. Nein, Freunde, selbst wenn ich voll am Gas stehe komm ich über 120 nicht hinaus- not my fucking fault! Dann gings erstmal nach Lech, Willkommen bei Freunden. Bier rein, Alltag raus. Es ist so schön, wieder zu Hause zu sein, John Boy, dachte sie sich als sie bemerkte, dass sich nichts geändert hat im teuersten Kuhdorf Österreichs. Die Engländerinnen sind immer noch hässlich, das arbeitende Volk dort oben immer noch das Gleiche, die Gstopften fahren immer noch Porsche oder Audi und die Tageskarte kostet immer noch 39,50. Aber die eigentliche Action spielte sich ja in Lustenau ab, denn dort durfte ich 4 Tage unter Gerwins’ Dach verweilen. Man glaubt es kaum, aber Vorarlberg ist immer für eine Überraschung gut. Ich verfahre mich ja schon mal regelmäßig wenn ich ortsunkundig bin, aber Lustenau hat mir echt den Rest gegeben. Ein Kaff mit 3 Autobahnabfahrten – klingt schon bedrohlich. Ist es auch. Am 3. Tag habe ich immer noch nicht zur casa gefunden und bin sage und schreibe eine halbe Stunde in Lustenau im Kreis(verkehr) gefahren. Ja und dann gab’s da noch den eigentlichen Grund für Vorarlberg – nämlich den guten, alten Berg. Meine Wintersaison war ja sehr bescheiden bis jetzt, und weil der Schnee geil war und das Wetter ebenso gab’s eh keine Ausreden fürs net fahren gehen. Ab 3 am Nachmittag war zwar Wasserskilauf angesagt, aber immerhin…wir ham April, das kann schon was. Ja und fleißig hab ich mir die untrainierten Haxerln ausgefahren, um nach Dienstschluss mit so lustigen Menschen wie meinem Bruder, Tibor, Marco (you rule, dude) und der Südamerika-Connection im Liegestuhl afterwork-Bier-Konsum zu zelebrieren. Am Donnerstag stand auch gleich mal ein highlight an, das in diese Falle die Form einer Grillparty in Dalaas bei „Zündl“ hatte. Open-Air im April, das geht guat. Alejandro und Oscar haben beim Spar auch gleich mal eine halbe Kuh gekauft und sie so wie sie war am Grill geschmissen. Grillen auf argentinisch funktioniert nämlich genau so und net anders: man nehme ein bis 3 Kilo Rindfleisch im Ganzen, würze es mit Salz und Pfeffer und werfe es auf die Kohlen. Man warte und kippe inzwischen 10 bis 15 Bier, und nach zwei Stunden hat man zartrosa Essen im Mund. Obgleich ich Frau, haben die Jungs das Essen gecheckt – sehr fein, i komm wieder. Viele lustige Menschen hat man dort getroffen, die können alle herrlich skifahren und snowboarden und laufen mit Kameras mit Objektiven herum die so groß sind, dass man jemand damit umbringen kann. Das Gute daran ist: man trifft sie am nächsten Tag am Berg wieder. Die Welt ist herrlich klein.
Am Freitag dann reiste spät nachts noch der Hermes aus Germanenland an, seines Zeichens ein kleiner aber feiner Mensch der auch diesen Wahnwitz namens Vertical Extreme durchzieht und mich dann auch noch allen Ernstes fragt, ob ich nicht mal nächstes Jahr am Krippenstein mitfahren mag. Freilich, ich hab ja nichts zu verlieren außer meinem Leben! Und meinem guten Ruf. Nein, da habe ich schon lieber Samstag bei der Mission „Verbrenne dir das Haupt in der Sonne“ an der Burgbar eieieieie-Streichel-brav gemacht als mir das Triumvirat des Grauens die Spuren am Omesberg gezeigt hat. Bravo, Jungs, ein Hoch auf den Powder im April.
Ja und dann wars auch schon wieder Sonntag, und es hat geregnet, und ich musste wieder heimfahren. Urlaub vorbei. Spaß ade. No more beer, no more snow, no more fun.
Was lernen wir daraus? Es wird Zeit, sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Berg, Sonne, Schnee. Das zu einem Dauerzustand zu machen wäre eine schöne Sache. Let’s see what we can do.
Anbei gibt’s noch ein paar feine Impressionen aus Lech und Umgebung vom letzten Jahr. Die Träumereien müssen anhalten…..

Hasta la proxima, mis amigos…..